Über mich

Daten


1962 *

 

1985 bis 87

Studium an der FH Bielefeld, Fachbereich Gestaltung

19XX bis XX

Ausbildung zum Tischler, Arbeit als angestellter Tischler

20XX bis XX

Weiterbildung zum Gestalter im Handwerk

20XX

Beginn der Arbeit mit der Kettensäge

20XX

Werkgruppe Möbelskulpturen

20XX

Beginn der figürlichen Arbeiten, Werkgruppe Miniaturen

20XX

Beginn der Werkgruppe Raben

Ausstellungen


2018

08. - 09. September

Offene Ateliers Bielefeld

28. April

La Danse Du Corbeau

2017

00. - 00. Monatsname

Titel der Ausstellung

00. - 00. Monatsname

Titel der Ausstellung

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Titel der Ausstellung

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Titel der Ausstellung

2016

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Titel der Ausstellung

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Titel der Ausstellung

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Titel der Ausstellung



Trailer zur Performance sax:machine mit Andreas Kaling (Bass-Saxophon) und Klaus Seliger (Kettensägen), Offene Ateliers 2017



Texte

Eröffnungsrede von Annabelle Mayntz zur Ausstellung "Blockbuster" in der Artists Unlimited Galerie, Bielefeld

17. April 2015

"Blockbuster – Kassenschlager, nennt Klaus Seliger – ganz untypisch unbescheiden für ihn – diese Zusammenstellung seiner Werke aus den letzten Jahren. Aus dem Block geschnitten, heraus „gebustet“, mal auf Neudeutsch für Bildhauerei, ist ein schönes Wortspiel für das, was KS tut. Das Wortspiel soll Sie allerdings nicht davon abhalten, die Galerie leer zu kaufen.

Also, was macht Klaus Seliger?

 

Gestalten, aus dem Vollen schöpfen, Inspiration aus Struktur. Bewegung, Natur...

Er kreiert mit Wucht, mit Schwung, mit der Kettensäge, mit der Flex und ist dabei doch so sanft mit seinen Gestalten. Zeigt ihre Zartheit, ihre Scheu, dreht und wendet sie, um allseits ihr Bestes als Idee und als Holzstruktur hervorzubringen und für uns sichtbar zu machen. Die Essenz des Holzes, die Essenz der Person auf dem Stuhl, da besteht kein Widerspruch, innen ist außen ist innen.

Einheimische Hölzer, aber besonders Ulmenholz, auch Rüster genannt, ist eins der Lieblingshölzer des Künstlers. Das mag daran liegen, dass es wunderbare Qualitäten hat (geringes Schwindmaß, Druck- und Stoßfest) oder daran, dass es nicht immer leicht mit der Kettensäge zu bearbeiten ist, denn leicht, ist keine Vokabel, die mit Klaus Seligers Arbeit zu verbinden ist.

 

Ergebnisse, Skulpturen haben zwar oft eine fast schon fragile Leichtigkeit, aber der Prozess, das Ringen um die Form, die Gestaltung des Feinen mit dem Groben und dazu die Balance zwischen Möbel und Skulptur, all dies ist schwierig, oft langwierig, hart erarbeitet und erkämpft. Immer in Gefahr mit einem Abrutschen, dem kleinsten Fehler, die ganze Figur zu zerstören. Das Schicksal des neugierigen Wachhundes auf der Stuhlskulptur hoch oben – wie oft war sein Überleben, oder auch nur das seiner Ohren und Augen, ganz der ruhigen Hand und der Expertise des Künstlers überlassen. Wer ihm, dem freundlich, einköpfigen Minizerberus der Höhe noch nicht begegnet ist, sollte die Galerie zur Hofseite verlassen.

 

Klaus Seliger ist ein Finder und Erzähler. Ein Finder von Geschichten im Holz, der mit unglaublichem Lärm ganz leise Bilder schafft. Oft wissen wir gar nicht, was wir betrachten, ist es Skulptur oder Möbelstück, darf ich mich da drauf setzen? Viele Übergänge sind fließend, meist zeigen Struktur, Form, Glätte an, hier darf ich sitzen, oder eben auch, hier ist es unmöglich. Was war denn eigentlich zuerst da, fragen die kleinen Geschichten? Der Mensch, das Möbel? Braucht die Idee der Person noch den Stuhl zur Unterstützung oder ist die Person nur eine Anekdote des Stuhls? Werden in der Weiterentwicklung der kleinen Skulpturen auch Menschen ohne Möbel leben? Die Antworten darauf bleiben noch offen...

 

Vom Designer, zum Tischler, zum Gestalter, ein alle Prozesse der Holzarbeiten einschließender Werdegang, irgendwann unzufrieden mit Starrheit und Vorschriften im Angestelltendasein, auf der Suche nach freier Ausdrucksform und eigenen Strukturen. Schöpfen und Sägen aus dem Vollen, aus den Stamm, aus der Geschichte, aus der Form, aus dem Material. Kompromisslos und fragend zugleich sind die Arbeiten von Klaus Seliger. Scheu scheinen sich einige der Stuhlgazellen weg zu drehen, bereit zur Flucht fast, wenn man ihnen zu nahe kommt.

 

Eine große Palette von Möglichkeiten Holz zu bearbeiten sehen wir, von grob gesägt, kantig und schroff bis hin zum sanft geglätteten, polierten, geölten Zustand ist alles vorhanden.

 

Eine kleine Skulptur, geschaffen in ein paar Tagen, sobald das Bild im Kopf Gestalt angenommen hat. Ein Sessel, geformt über 1 Jahr oder länger, Holz lebt, arbeitet, trocknet, verändert sich, fordert permanent Können und Geduld.

Es ist eine andere Form des Zeichnens, Skizzieren mit der Kettensäge klingt erst einmal widersprüchlich, wenn nicht sogar unmöglich und ist in der filigranen Umsetzung einer Situation permanente Herausforderung.

 

Genießen Sie, genießt die Skulpturenwesen im Dazwischen, hochbeinig witternd, die stillen Möbel, abwartend und anmutig, die Anfänge von Geschichten in Holz, von Ihnen, von Euch jetzt im Betrachten fortzuführen."

 

April 2015 - Annabelle